Tornado bei Echzell am 10.August 2014

Tornado bei Echzell am 10.August 2014

Ein Traum von mir ist es ja, einmal in meinem Leben einen Tornado zu fotografieren, und zwar nicht in der Tornado-Alley der USA, sondern hier bei uns in Deutschland.

Am Sonntagabend des 10.Augusts diesen Jahres hätte ich die einmalige Chance dazu gehabt. Ja, wenn da nicht eine Baumkrone im Weg gewesen wäre. Die Unwetterlage an diesem Tag hatte entsprechend Tornadopotential mit niedriger Wolkenbasis und günstige Windscherung in den untersten Wolkenschichten. Deshalb hatte auch Jörg Kachelmann gegen Abend (übrigens kurz bevor dann ein starker Tornado durch Bad Schwalbach im Taunus zog) nochmal via Twitter explizit vor Tornadobildung gewarnt. Dass der gleiche Zellkomplex, der zuvor im Taunus für starke Schäden sorgte, auch im Wetteraukreis nochmal zuschlagen sollte, hatte ich eigentlich nicht erwartet. Ich dachte, die Luft wäre raus.

Doch kurz nach der Tagesschau ging auf einmal ein kurzer und heftiger Starkregen nieder. Ich hatte das Geschehen schon vor dem Eintreffen beobachtet und bin dann zu meiner Wetterstationseinheit gegangen, weil ich schauen wollte, wie viel Regen herunter kam, als ich bei einem Blick aus dem Fenster bemerkte, dass die Wolkenbasis nun in eine andere Richtung als zuvor zog. Irgendwie kam mir das komisch vor, weshalb ich einen Blick auf das Radar geworfen hab. Dort waren Indizien für eine Rotation zu erkennen, weshalb ich meine Kamera schnappte und ins Obergeschoss eilte, um aus dem Fenster zu schauen.

Auf dem ersten Blick sah das sehr imposant aus, die unteren Wolkenschichten hatten ein Wahnsinnstempo drauf und es zog so ziemlich alle in eine andere Richtung. Nach kurzer Zeit konnte ich aber dann erkennen, dass es tatsächlich rotierte und zwar rund um eine schwarze Wolkenabsenkung herum. Dumm nur, dass genau die Baumkrone des Nachbars im Weg war. In dem Moment wurde mir aber klar, dass dahinter möglicherweise ein Tornado zu sehen ist. Ich eilte daraufhin auf ein anderes Fenster, machten den Rolladen hoch und sah dann nur noch die Trichterwolke des in Auflösung befindlichen Tornados.

Nach einem kurzen Foto ging es dann an das Handy, um eine Skywarn-Meldung an die Wetterdienste abzugeben.

Anhand des Fotozeitstempels und eines Videos, dass es von dem Tornado gibt (in dem man zu Beginn auch den Bodenkontakt sehen kann), hätte ich tatsächlich mein Tornado-Foto schießen können. Wäre der Baum des Nachbars dort nicht gewesen (oder ich gleich am anderen Fenster) hätte ich sogar noch den aufgewirbelten Staub und Dreck sehen können. Glücklicherweise zog der Tornado überwiegend über freies Feld und hat deshalb keine größeren Schäden angerichtet. Anhand der von mir gefundenen Schäden wurde die Einstufung auf T3/F1 festgelegt. Das entspricht immerhin 151-183km/h.


Stichwörter: Unwetter, Tornado, Funnelcloud



Hinweis: Das Bild wurde von mir am 10.08.2014 um 19:24 Uhr aufgenommen. Zur Aufnahme habe ich die Canon EOS 5D Mark II mit dem Canon EF 24-70mm / 2.8 L USM II verwendet. Hochgeladen habe ich das Foto »Tornado bei Echzell am 10.August 2014« am 26.08.2014 um 14:57 Uhr und seitdem wurde es insgesamt 1.045x aufgerufen.

 
 
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