Pentax Q am DJI Phantom

18. Oktober 2013, 23:26 Uhr

DJI Phantom mit Pentax Q ausstatten

Nachdem ich in meinem letzten Blog-Posting zwar vom Multicopter DJI Phantom geschwärmt habe dafür aber von der GoPro als Kamera für Luftaufnahmen von meinem Haus aufgrund des Fisheye-Effekts enttäuscht war, hier nun der Bericht über meinen Versuch, dem Problem Abhilfe zu schaffen.

Kurze Google-Recherche

Da der DJI Phantom laut Hersteller eigentlich nur mit einem Maximalgewicht von 1.000 Gramm abheben soll und der Copter schon ohne Kamera auf knapp 800 Gramm kommt, bleibt nicht mehr viel übrig für eine andere Kamera als die GoPro. Eine kurze Recherche in einschlägigen Modellflugforen ergab dann, dass man wohl bis ca. 1.130 Gramm noch relativ gut fliegen kann. Der Akku hält zwar dann nicht sonderlich lange, aber abstürzen tut der Phantom nicht. Also habe ich nach den leichtesten Kompaktkameras gesucht um auf jeden Fall unter 330 Gramm zu kommen. Dabei habe ich dann leider immer wieder feststellen müssen, dass diese keine richtige Intervallfunktion mitbringen, also keine Möglichkeit, um unbegrenzt alle X Sekunden ein Foto zu schießen. Doch dann bin ich auf die Pentax Q* gestoßen, ein Leichtgewicht, noch dazu eine Systemkamera mit verschiedenen, ebenfalls sehr leichten Objektiven und nicht nur einer Intervallfunktion, sondern auch noch mit RAW-Format. Die Lösung schien mir ideal, also habe ich mir umgehend eine bestellt.

Pentax Q am Phantom befestigen

Um die Kamera, die am nächsten Tag direkt eingetroffen ist, an den Phantom zu bringen, habe ich mir einen GoPro-Tripod-Mount* genommen und einen Teil abgesägt. Außerdem habe ich von einem anderen Fotozubehör, der Cullmann-Multiklemme*, eine Schraube herausgedreht, die beidseitig ein Gewinde hat; noch einen kleinen Gummiring dazwischen und fertig war die Halterung.

Pentax Q mit GoPro Tripod-Mount

So sieht es aus, wenn man die Pentax Q mit einem GoPro-Tripod-Mount am DJI Phantom befestigt.

Das Gesamtsystem hat bei der Festbrennweite unterhalb der Marke aus den Foren gelegen, mit dem Zoom-Objektiv allerdings darüber, nämlich bei Gesamt 1.184 Gramm. Trotzdem wollte ich den Versuch mit letztgenannter Optik wagen, denn da habe ich wenigstens Brennweiten im Weitwinkelbereich dabei.

Einstellungen an der Kamera

Wenn man schon von der Kamera ein RAW-Format angeboten bekommt, dann nimmt man das natürlich gerne. Allerdings schreibt die Kamera trotz schneller Karte die vielen Bildinformation nicht schnell genug auf die Karte, um jede Sekunde ein Bild machen zu können. Sobald der Puffer voll ist, stoppt die Kamera die Intervallfunktion, bei zwei Sekunden Abstand war nach fünf bis sechs Bildern in Folge Schluss. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mit einem 3sec-Intervall zu fotografieren (wie ich das auch mit der GoPro mache). Ansonsten habe ich den AV-Modus verwendet, Autofokus ausgeschaltet und auf unendlich fokussiert.

Bildergebnisse

Nachdem Kamera und Copter einsatzbereit waren ging es raus an die frische Luft. Es war zwar etwas Wind da, aber gerade noch so, dass ich ruhigen Gewissens den Copter fliegen konnte. Trotz des hohen Gewichts und des leichten Windes ließ sich der Phantom sehr gut steuern, allerdings machte der Akku deutlich schneller schlapp als ich vermutet hätte. Ich habe zwar nicht gestoppt, aber gefühlt waren das gerade einmal drei, vier Minuten, dann wollte er schon selbständig runter. Nach einem zweiten – ebenfalls sehr kurzen Flug – ging es dann mit der Speicherkarte an den Rechner.

Das Ergebnis war sehr enttäuschend. Der Phantom scheint in der Luft ziemlich vibriert zu haben, zumindest so stark, dass die Pentax Q trotz Weitwinkel, kurzer Verschlusszeit und Bildstabilisierung kein einziges scharfes Bild herausgebracht hat. Dass Bilder unscharf werden, während der Copter sich „bewegt“ ist ja völlig ok, aber ich dachte, wenn man ihn an einer Stelle „parkt“ wäre er zumindest so ruhig, dass man bei 1/650sec ein scharfes Foto bekommt.

Dem ist anscheinend nicht so, seht selbst:

Verwackeltes Bild mit der Systemkamera

So sahen die meisten Bilder aus bei ISO125, Blende 3,2 und Verschlusszeit von 1/650sec.

Halbwegs brauchbar

Hier noch eines der besseren Fotos, allerdings immer noch viel zu unscharf.

Fazit

Da der Multicopter bereits mit dem Pentax-System überladen ist, gehen die Möglichkeiten, noch etwas zu basteln, um die Vibrationen zu dämpfen gegen Null. Unterm Strich muss ich also sagen, dass das keine gute Idee war, die Kamera ungeeignet für diesen Einsatzzweck ist und wieder zurück an den Shop ging. Schade, denn „die Kleine“ machte alles in allem einen guten Eindruck.

Bei meiner weiteren Recherche habe ich gesehen, dass man mit CHDK Externer Link seine Canon-Kompaktkamera mit weiteren Funktionen ausstatten kann, z.B. Intervallfunktion und RAW-Daten-Speicherung. Der nächste Test wird also sein meine alte IXUS 960 IS an den Copter zu klemmen, ich komme dann auf gut 1.000 Gramm und hätte noch die Möglichkeit etwas gegen die Vibrationen zu tun. Schauen wir mal, was dabei herauskommt. Ich bin gespannt!

* Affiliate Link



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