DJI Phantom im Flug

17. Oktober 2013, 20:54 Uhr

Luftfotografie mit dem DJI Phantom

Schon eine ganze Weile hatte ich mit einem Multicopter geliebäugelt um auch einmal die Möglichkeit zu haben, Fotos aus Aufnahmepositionen zu machen in die man nicht oder nur mit erheblichen Aufwand hinkommt, nun habe ich mir einen gekauft, den DJI Phantom Externer Link; dem aktuellen Angebot des Herstellers konnte ich nicht widerstehen, die Fotos, die ich im Blog von Benedikt Externer Link gesehen habe, taten ihr übriges.

Kosten

Der Phantom hat für knapp über vierhundert Euro im Prinzip alles dabei, was man braucht, um auch als Laie einigermaßen sicher fliegen und Aufnahmen aus der Luft machen zu können, sofern man eine GoPro sein eigenen; aber eine solche Kamera habe ich ja bereits. Außerdem fällt er mit einem Abfluggewicht von rund einem Kilogramm deutlich unter die Marke von 5kg, ab der man für jedes Abheben eine Genehmigung der zuständigen Luftfahrtbehörde benötigt; mal eben kurz aufsteigen lassen, geht damit nämlich nicht. Von daher fiel eine Copter-Lösung für meine Spiegelreflexkameras gleich raus, zumal hier auch mit Kosten von mehreren tausend Euro zu kalkulieren ist, plus eben die Gebühren für die Aufstiegsgenehmigungen. Was aber auch beim DJI Phantom noch hinzukommt ist eine Model-Halter-Haftpflichtversicherung, die seit 2005 in Deutschland Pflicht ist, für den – hoffentlich nie eintretenden Fall – das der Copter z.B. abstürzt und Personen verletzt oder Sachen beschädigt, Kostenpunkt hierfür rund 40,- EUR pro Jahr.

Aufbau und Start

Zusammenbauen muss man nicht viel, lediglich die Propeller an die Motoren schrauben, das Landegestell anbringen und schon ist man startbereit. Beim ersten Mal muss man auch eine Kompasskalibrierung vornehmen und dann kann es auch schon losgehen. Beim ersten Start war ich sehr nervös, dabei ist das Fliegen mit dem Copter dank jeder Menge technischer Hilfen gar nicht so schwer; im GPS-Modus hält der Phantom selbstständig seine Position. Damit ich aber auch für den Fall der Fälle, nämlich, dass die Hilfen ausfallen, trotzdem noch fliegen kann, habe ich mir zusätzlich den manuellen Modus auf die Fernbedienung gelegt; aber hier muss ich noch ein wenig üben. Auch sollte man die Checkliste für den Start genau befolgen und vor allem immer schauen, dass die Muttern an den Propellern fest genug sind; löst sich eine, stürzt der Copter ab!

DJI Phantom parkt in der Luft

Im GPS-Modus hält der Multicopter selbständig seine Position; der Pilot kann sogar die Fernbedienung aus der Hand legen und den Phantom beim Fliegen fotografieren.

Einstellungen an der GoPro

Da ich nicht sehen kann, was die Kamera sieht, mache ich mit der Intervallfunktion der GoPro ununterbrochen Aufnahmen, in der Hoffnung, dass zumindest ein paar wenige brauchbare Fotos dabei sind. Das erzeugt zwar unglaublich viel Datenmüll, aber der lässt sich ja auch relativ einfach wieder beseitigen. Ich mache dabei, nicht wie viele andere jede Sekunde, sondern nur alle drei Sekunden ein Foto. Der Grund dafür ist, dass die GoPro dabei weniger stark komprimiert. Um mit dem Schreiben hinterher zu kommen werden die Fotos bei sekündlicher Aufnahme stärker komprimiert als bei einem Intervall von drei Sekunden. Die Dateien sind jedenfalls um einiges größer und sollten deshalb auch qualitativ etwas besser sein.

Selbstportrait mit dem DJI Phantom

Das sieht der Phantom nachdem er abgehoben ist. ;-)

Aufnahmen mit der GoPro

Leider sind die schönen sonnigen Tage mit Blumenkohl-Wolken im Herbst etwas selten und wenn, dann meist zu windig um den Copter aufsteigen zu lassen, aber hier im folgenden trotzdem ein paar passable Aufnahmen, die mit Phantom und der GoPro entstanden sind.

Gelände des Tennisclub Wölfersheim

Das Vereinsgelände des Tennisclub Wölfersheim auf dem Singberg aus der Luft.

Wölfersheim-Södel aus der Luft

Der Wölfersheimer Ortsteil „Södel“ aus der Luft

Für die ein oder andere Aufnahme ist das Fisheye-Objektiv der GoPro sicherlich gut geeignet, um aber beispielsweise das eigene Haus einmal aus der Luft zu fotografieren, ist die GoPro allerdings gänzlich ungeeignet, denn die gebogenen Häuserwände sehen irgendwie unnatürlich aus und da man ja nicht sieht, was man aufnimmt, kann man auch die GoPro nicht so symmetrisch ausrichten, dass der Fisheye-Effekt wenigstens interessant eingesetzt wird.

Das GoPro-Fisheye verzerrt.

Für Aufnahmen von Häusern ungeeignet: das Fisheye der GoPro verzerrt die Wände.

Ich habe deshalb mal einen Test gemacht und eine Systemkamera, nämlich die Pentax Q mit einem Weitwinkel-Objektiv unter den Copter geklemmt. Ob und wie das funktioniert hat, erfahrt ihr im Artikel DJI Phantom mit Pentax Q ausstatten.

Neu: DJI Phantom Vision

Vielleicht braucht man eine solche Lösung auch gar nicht mehr, denn die Firma DJI Innovations hat nun den Nachfolger des Phantoms herausgebracht, den DJI Phantom 2 Vision. Der hat eine 14 Megapixel-Kamera, die auch RAW-Format unterstützt on-board (Qualität müsste man erst noch testen) und die das Live-Bild direkt auf das eigene Smartphone streamt. Außerdem kann man mit dem Handy dann noch die Kamera in der Vertikalen schwenken. Eine All-In-One-Lösung für Luftaufnahmen quasi, allerdings kostet das Gerät auch rund 1.000 EUR.

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