Perseiden Sternschnuppe (Meteor) mit grünlicher Färbung

12. August 2012, 12:24 Uhr

Perseiden Sternschnuppen fotografieren

Gestern Nacht war – wie jedes Jahr zur gleichen Zeit – die Nacht der Sternschnuppen.

Grund dafür ist, dass die Erde immer um den 12. August herum durch die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle Externer Link hindurch zieht. Die Staubpartikel verdampfen beim Eintreten in die Erdatmosphäre und wir sehen die dadurch ionisierte Luft dann als Sternschnuppen, natürlich nur bei freiem und wolkenlosen Himmel und den hatten wir gestern Nacht. Hinzu kam, dass der Mond relativ spät aufgehen und den Himmel nicht groß erhellen sollte.

Ich war deshalb die letzten beiden Nächte vor Mondaufgang abseits der städtischen Lichtverschmutzung draußen im Feld, um die Meteore zu fotografieren.

Erste Nacht, 10./11.August 2012

Als Equipment hatte ich in der ersten Nacht meine Canon EOS 5D Mark II dabei und zwei Objektive, das Canon EF 14mm/2.8 L USM II und das Canon EF 24mm/1.4 L USM II. Des weiteren natürlich ein Stativ sowie ein Kabelfernauslöser. Gefahren bin ich auf das freie Feld zwischen Wölfersheim und Wohnbach, weil es dort noch einen Tick dunkler ist und sich am Himmel noch mehr erkennen lässt. Wie hell es in der Umgebung von Städten ist lässt sich auf dem nachfolgenden Bild erahnen. Der Lichtkegel rechts neben dem Auto direkt hinter dem Feldweg ist von der Innenstadt von Frankfurt am Main, rund 40km entfernt.

Raus aus der Stadt, mitten ins dunkle Feld

Raus aus der Stadt, mitten ins dunkle Feld

Nur Flugzeuge statt Meteore

Da der Ursprung der Sternschnuppen im Sternbild Perseus vermutet wird, richtete ich meine Kamera in der ersten Nacht direkt darauf aus. Ein Denkfehler, wie ich dann feststellen musste. Alle 14 großen Sternschnuppen (darunter 5 Feuerkugeln), die ich zu Gesicht bekam, waren links und rechts neben meinem Bildausschnitt zu sehen und somit nicht auf meinen Bildern drauf. Das einzige, was ich zuhauf ablichten konnte, waren Flugzeuge, deren Lichter aufgrund der Belichtungszeit von 30 Sekunden so aussahen als wären es Sternschnuppen.

Keine Sternschnuppen, sondern Flugzeuge

Keine Sternschnuppen, sondern Flugzeuge. Erkennbar z.B. an den blinkenden Lichtern, der doppelten Spur oder auch an der identischen Größe von Anfang und Ende.

Milchstraße

Beim sternenklaren Himmel hatte man nicht nur gute Sicht auf die Sternschnuppen, sondern man konnte auch sehr gut die Milchstraße erkennen.

Milchstraße

Ein Teil der Milchstraße, gesehen von Wölfersheim aus, am 11.August um 0:00 Uhr.

Erstes Sternschnuppen-Foto

Und bei meinen Milchstraßen-Aufnahmen habe ich doch tatsächlich eine Sternschnuppe entdeckt. Die einzige vom ganzen Abend, quasi zwei Stunden fotografieren für dieses eine Bild und dazu war es noch nicht einmal eine große, sondern eine kleine Schnuppe.

Sternschnuppe aus Milchstraße

Meine erste fotografierte Sternschnuppe. Habe ich übrigens erst beim Sichten meiner Fotos entdeckt.

Zweite Nacht, 11./12.August 2012

In der Nacht von Samstag auf Sonntag sollten bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde herunter kommen, die idealste Zeit für Beobachtungen wurde zwischen 2 und 4 Uhr nachts errechnet. Das war mir dann doch etwas zu spät und deshalb bin ich auch hier wieder vor Mondaufgang heraus.

Alles ferngesteuert

Dieses Mal mit etwas mehr Ausrüstung: der Canon EOS 7D mit dem Canon EF 24mm/1.4 L USM II und der Canon EOS 5D Mark II mit Canon EF 14mm/2.8 L USM II. Dazu zwei Stative, Funkfernauslöser und Laptop zur Kamerafernsteuerung. So konnte ich im Auto bleiben und musste mir nicht alles abfrieren, denn die Nacht sollte wieder richtig kalt werden.

Beobachtungsort

Neuer Beobachtungsort, direkt vor dem großen Wagen…

Feuerkugeln

Die zweite Nacht fing dann allerdings wieder genauso an, wie die erste: eine der größten Sternschnuppen, die ich je gesehen habe, fiel vom Himmel, aber meine Kameras belichteten wieder mal in eine andere Richtung. Wenn ich die drauf gehabt hätte, wäre das echt der Jackpot gewesen. Aber zum Glück musste ich nicht lange warten und die nächsten Schnuppen fielen von Himmel. Drei größere davon, konnte ich sogar ablichten. Auch wenn diese nicht annähernd die Helligkeit des ersten Boliden hatten, so sind sie doch ganz gut zu erkennen, inklusive der Grünfärbung.

Perseiden-Sternschnuppe

Perseiden-Sternschnuppe über Wölfersheim

Eine etwas kleinere Perseiden-Sternschnuppe

Eine etwas kleinere Perseiden-Sternschnuppe

Und – last but not least – die hellste von mir abgelichtete Sternschnuppe. Leider ziemlich im Randbereich des Bildes.

Perseiden-Sternschnuppe mit Grünfärbung

Perseiden-Sternschnuppe mit Grünfärbung



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