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8. März 2010, 19:11 Uhr

Sinn eines Gastbeitrags?

Immer wieder sehe ich bei meinen abonnierten Fotografen-Blogs einzelne, mehr oder weniger interessante Beiträge, die nicht Externer Link vom Externer Link Blogbetreiber Externer Link selbst verfasst wurden, sondern von einer anderen Person. “Gastbeitrag” oder “Gastartikel” wird das dann genannt…

Ich frage mich dann immer: was soll das?

Mein Blog, meine Gedanken, meine Meinung!

Für mich ist ein Blog eine Art Notizblock, in dem ich über Themen schreibe, die ich selbst für wichtig oder erwähnenswert halte und ich dem ich meine persönliche Meinung festhalte, meine Sicht der Dinge niederschreibe. Das können Gedanken sein, die mir einfach mal so in den Sinn kommen, das können aber genauso gut Gedanken sein, die mir beim Lesen von anderen Blogs oder Artikeln kommen und deren Themen ich dann hier noch einmal aufgreife und kommentiere. Sprich: ein Blog ist für mich was Persönliches bzw. Ich-bezogen und darin haben von Dritten verfasste (Werbe-)texte absolut nichts verloren.

Ganz schlimm finde ich das Ganze dann, wenn sogar in der Einleitung neben den Verweisen auf die ganzen Twitter-, Facebook-, Xing- oder sonstigen WebZwoNull-Accounts des Gast-Schreiberlings auch noch auf dessen Blog aufmerksam gemacht wird. Warum veröffentlicht der Kerl dann seinen Text nicht in seinem eigenen Blog, wenn er doch sogar schon eines hat?

Erklärungsversuch

Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist folgende: diejenigen, die schreiben, wollen Werbung in eigener Sache machen und diejenigen, die die Texte veröffentlichen wollen damit eine hohe Frequenz an neuen Beiträgen erzielen und natürlich kostenlosen Content für ihre Seite haben. Blog kann man das dann aber in meinen Augen nicht mehr nennen, das hat eher die Charakteristik von einem Artikelverzeichnis Externer Link.

Dieses Contentgemixe gefällt mir jedenfalls überhaupt nicht… mehr Blog und weniger Magazin wäre mir lieber!

Warum schreibt nicht jeder wieder in seinen eigenes Blog und man verlinkt sich ganz einfach, wenn man den anderen Beitrag besonders gelungen oder besonders misslungen findet?

Back to the roots quasi?!

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Kommentare

 
Julia (www) am 08.03.2010 um 19:24 Uhr:

Wenn Du gerade auch einen Artikel meines Blogs verlinkst, möchte ich mich zum Thema äußern. Für mich haben Gastbeiträge nicht den Sinn eine hohe Postingfrequenz zu erreichen. Ich finde Gastbeiträge auf Blogs eine tolle Abwechslung. Warum? Andere Hobbyfotografen oder berufliche Fotografen haben eine andere Sichtweise, einen anderen Wissensstand und eine andere Schreibweise. Gerade solche Gastartikel lockern meiner Meinung nach Blogs auf. Ich finde es in Ordnung, wenn der Gastschreiber auch auf seine Webseite verweist. Ich fände es sogar schade, wenn das bei Gastartikeln nicht der Fall wäre. Einige Leser wollen nämnlich mehr über den Autor des Artikels erfahren (so geht es zumindest mir).

Grüße
Julia

 
 
Daniel Rüd am 08.03.2010 um 20:40 Uhr:

Hi Julia, dass in einem Gastartikel natürlich auch auf den Urheber verlinkt wird, das sehe ich ja auch als nützlich an und wenn mir ein Artikel gefällt, dann besuche ich auch diese Website. Mir geht es eher um die Frage, warum überhaupt ein Gastartikel? Der Schreiberling könnte den Artikel doch auf seinen eigenen Blog oder seiner eigenen Site veröffentlichen und wenn er dir gefällt könntest du bei dir das schreiben: “Hey Leute, passt mal auf, ich habe bei XY einen tollen Beitrag zum Thema YZ gefunden, der gefällt mir deshalb so gut, weil…” – Das mit dem Auflockern sehe ich ein wenig anders, wenn ich Fotoholiker abonniere, dann möchte ich die Sichtweise von dir sehen und wenn ich Kwerfeldein abonniere, möchte ich Martins Gedanken lesen. Das kreuz und quer getausche zwischendurch stört da eher…

 
 
Holger (www) am 09.03.2010 um 14:03 Uhr:

Ich stimme Julia zu…

Nicht jeder sieht sein Blog als Notizbuch an, gerade kwerfeldein sieht sich ja auch als “kommerzielles Blog” oder Magazin, wie du es nennst. Von daher finde ich das absolut in Ordnung und obendrein interessant! Und ohne die Links etc zum Autor wäre der Beitrag schlicht unvollständig.

Neuer Input und neue Leser kann man doch wunderbar auf diese Art und Weise “anlocken” und ich finde es eine gelungene Abwechslung. Noch dazu ist es thematisch auch eine Bereicherung für das Blog.

Ich persönlich lese auch lieber einen fundierten Gastbeitrag von einem “Experten” , als irgendwelches Halbwissen.

Am Ende geht es bei Gastbeiträgen auch um Netzwerken. Aber das ist doch legitim!

Dein Blog-Eintrag, der ja bei Martin als Kommentar erschienen ist und deine geschickten Verlinkungen sind ja auch nichts anderes als ein Gastbeitrag ne ,)

 
 
Daniel Rüd am 09.03.2010 um 15:58 Uhr:

Hmmm… bei einem reinen Magazin sehe ich das ja auch weniger eng, deshalb habe ich beispielsweise auch Fotografr nicht genannt.

Was anderes finde ich es aber z.B. bei Kwerfeldein. Martin schreibt ja in seinen Beiträgen sehr oft auch seine ganz persönlichen Gedanken zu bestimmten Themen nieder, also genau das, was ich unter einem Blog verstehe, aber hin und wieder tauchen halt völlig fremde Inhalte auf. Und ich frage mich dann immer, warum?

… aber so etwas scheint bei Fotografen-Blogs “in” zu sein. Aus anderen Bereichen, in denen ebenfalls “kommerziell” gebloggt wird, kenne ich das nicht in diesem Ausmaß. ;-)

 
 
Julian (www) am 16.04.2010 um 13:55 Uhr:

Hallo Daniel,

eventuell ist es ja auch eine Anerkennung des Autors, einen Gastautor bei sich schreiben zu lassen.
Oder Umgekehrt, wäre es eine Ehre wenn ein Martin Gommel einen Gastbetrag bei mir schreiben wollen würde…

Und auf alle Fälle geht es um die Bildung von Netzwerken in denen man sich gegenseitig austauschen und miteinander diskutieren kann.

Julian

 

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