Canyon Speedmax CF 9.0 mit Xentis Mark 1 TT

11. Mai 2010, 22:28 Uhr

Wie fotografiere ich Fahrräder?

Diese Frage ist ausnahmsweise nicht aus den Besucherstatistiken, aber ich möchte sie trotzdem hier beschreiben, weil ich sie mir vor kurzem selbst gestellt habe.

Wie ihr vielleicht wisst, betreibe ich Ausdauersport und zwar Triathlon. Das heißt neben Schwimmen und Laufen steht auch noch das Rad fahren auf dem Programm. Und da bekanntlich die meisten Triathleten kleine Material-Fetischisten sind, wird natürlich auch darauf geachtet, dass jedes kleine Detail auch stimmt.

So ist das mittlerweile auch bei mir. Ich habe mir nachdem ich mein altes Rennrad bei einem Unfall geschrottet hatte, gleich zwei neue gekauft. Ein Cyclocross-Fahrrad Externer Link als Trainingsrad und ein Zeitfahrrad Externer Link als Wettkampf-Maschine.

Letztere wollte ich nun fotografisch in Szene setzen.

Wie man es nicht macht

Meine ersten Erfahrungen mit dem Fotografieren von meinem Fahrrad waren dann folgende: ich habe das Rad an die Wand gestellt, mit der Kompaktkamera und aktiviertem Blitz draufgehalten oder an einen Pfosten gelehnt und ebenfalls einfach nur draufgehalten.

Heraus kamen dann Fotos, wie man sie in vielen Rennrad-Foren finden kann. Das abgebildete Fahrrad ist meist perspektivisch verzerrt, es gibt oft harte Schlagschatten oder total überbelichtete Stellen, weil das Metall den Blitz reflektiert, usw. Also genau solche Fotos, die weder schön sind, noch dem teuren Carbon-Rennrad gerecht werden:

Canyon Speedmax - 1.Versuch

Der erste Versuch direkt nach dem Zusammenbauen, eine einzige Katastrophe

Canyon Speedmax 2.Versuch

Hier wieder ein Versuch mit Kompaktkamera und anderen Rädern. Immer noch genauso schlimm.

 

Planung eines „professionellen“ Fahrrad-Fotos

Das Fazit, was ich aus diesen hässlichen Bildern gezogen habe, ist folgendes: um ein schönes Bild zu bekommen, bedarf es einer gewissen Planung. Man braucht eine geeignete Location und auch etwas Zeit, um das Rad auch so in Szene zu setzen, wie man es gerne hätte. Sowas geht halt nicht innerhalb von fünf Minuten, denn man muss die Kamera und das Rad gerade ausrichten, so dass keinerlei Verzerrungen entstehen, man muss auf das Licht achten und darauf, dass alle Elemente des Rades auch zur Geltung kommen, usw.

Da ich kein Fotostudio habe, musste der größte Raum herhalten, den ich zuhause habe, nämlich das heimische Wohnzimmer. Allerdings gibt es hier viele störende Dinge: Bilder an der Wand, Pflanzen, eine große Balkontür, etc. – außerdem konnte ich gar nicht so viele Decken kaufen, wie ich gebraucht hätte, um dort anständige Aufnahmen machen zu können.

Das Ergebnis war, was die Verzerrungen betrifft, schon deutlich besser, aber zum tollen Produktfoto fehlte mir einfach der Platz. Darüber hinaus ließ sich der Lichteinfall nicht wirklich steuern, denn die große Balkontüre hat keinen Rolladen und da scheint immer die Sonne rein. Also alles wieder nicht sehr befriedigend.

Fahrrad-Foto im Wohnzimmer

Aufnahme von meinem Fahrrad im heimischen Wohnzimmer

„Studioaufnahmen“ von meinem Zeitfahrrad

Es half also alles nichts, ich brauchte einen Raum, in dem ich den nötigen Platz hatte und auch den Lichteinfall selbst steuern konnte. Den habe ich dann auch zumindest ansatzweise bei meinen Eltern gefunden; zwar immer noch nicht groß genug, aber zumindest für meine Zwecke ausreichend. Aber dann kam auch schon das nächste Problem, die passende Studioausrüstung fehlte: keinen anständigen Hintergrund, keine ausreichend starken Lampen… den Lichteinfall konnte ich also nicht so steuern, wie ich wollte.

Letztendlich habe ich die Aufnahme dann doch ganz klassisch gemacht, wie die meisten anderen auch: ich habe das Fahrrad vor eine Wand gestellt und dann mit Stativ fotografiert, mal mit Blitz, mal ohne. Hier ein Making-Of-Bild:

Making of "Fahrrad Foto"

Hier ein 'Making-Of' des Fahrrad-Foto: doch an die Wand und dann drauf los geblitzt; allerdings darauf geachtet, dass alles gerade ist und keine Verzerrungen vorhanden sind.

 

Ich habe natürlich mehrfach variiert: die Laufräder etwas verstellt, die Gangschaltung benutzt, damit auch beide Hebel zu sehen sind, usw. – Irgendwann habe ich dann genug Fotos geschossen gehabt und eines davon dann für die weitere Bearbeitung auserkoren, nämlich folgendes:

Carbon-Rennrad - Ergebnis des Shootings

Das Ergebnis des Carbon-Rennrad-Shootings; quasi das unbearbeitete Original-Foto

Die Nachbearbeitung am PC

Da sich das Ergebnis nicht sonderlich von einem alltäglichen Fahrrad-Foto unterscheidet, außer, dass es keine Verzerrungen aufweist und sehr scharf ist, musste die Nachbearbeitung am PC da noch einiges herausreißen. Und hier habe ich mal die neueste Version des Adobe Photoshop getestet, insbesondere die Funktion „Kanten verbessern“; gerade bei den schwierigen Stellen, wie Schaltkabel, Bremsen, Schaltwerk, etc. – dann einen Verlauf als Hintergrund gewählt, das Rad nochmals gespiegelt und fertig war das Rennrad-Produktfoto.

Und hier ist das Ergebnis, was nach einigen Stunden Photoshop herausgekommen ist. Das kommt doch einem professionellen Produktfoto schon recht nahe, oder?!

Canyon Speedmax Xentis

Das fertige Bild nach der Bearbeitung am PC. Mein Canyon Speedmax CF 9.0 mit Xentis Mark 1 TT

Hier gibt es übrigens eine bessere Auflösung, nämlich in 1920×1080 Pixeln, Full-HD (1080p) also. Wer es als Hintergrundbild möchte, oder einfach mal genauer ansehen. 🙂

Verbesserungspotential

Zum wirklich professionellen Produktfoto ist aber noch ein weiter Weg: was mir beispielsweise beim Fotografieren nicht aufgefallen ist, das ist die Tatsache, dass die Pedale entlang des Unterrohrs stehen, die hätte ich wohl etwas waagerechter ausrichten sollen, damit sie besser zur Geltung kommen. Außerdem hätte ich die Kette vorne auf das große Kettenblatt ziehen sollen, denn so auf dem kleineren, nicht sichtbaren Blatt sieht das nicht wirklich stimmig aus. Ansonsten sind noch ein paar Stellen, wo ich nicht sauber bei der Nachbearbeitung gearbeitet habe. Aufgrund der nicht ganz so professionellen Bedingungen unter denen das Foto entstanden ist, hat man dann noch bei genauerem Hinsehen ein bisschen Mischlicht, ein paar gelbe bzw. beige Reflexionen durch die Wand und das vordere Laufrad ist an der einen Speiche zu hell und an der anderen zu dunkel. Und ja: natürlich sieht man, dass das Lenkerband schmutzig ist und die Carbon-Laufräder mit ein paar Aufklebern bedeckt sind.

Habt ihr vielleicht noch weitere Anregungen oder Kritik?! Nutzt die Kommentarfunktion. 🙂

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